die kloschwitzer kirche

Im 13. Jahrhundert errichteten die Deutschordensritter aus Plauen eine Kirche in Kloschwitz. Zunächst hielt ein Ordenspriester aus Plauen Gottesdienst in Kloschwitz.

Kloschwitz selbst wurde 1264 erstmalig urkundlich erwähnt. Aus dieser Zeit stammt vermutlich auch der Ostgiebel der Kirche mit den Rundbogenfenstern, der somit den ältesten Teil des Gotteshauses darstellt.

1403 forderte Herr von Klöschelb für Kloschwitz einen ständigen Pfarrer und erhielt diesen auch. Vermutlich wurde daraufhin das erste Pfarrhaus in Kloschwitz gebaut. Als Erinnerung an die damaligen Verhältnisse hatte Kloschwitz bis zum ersten Weltkrieg an das „Deutsche Haus“ (Ordenshaus),bzw. an die Superintendentur in Plauen mit wenigen Pfennigen den in Geld umgewandelten sogenannten „rauhen Zehnten“ zu entrichten. 1527 bis 1529 waren Luthers Visitatoren in Kloschwitz gewesen und ordneten die Kirchenverhältnisse neu. 1582 aus dem „Verzeichnis der Gebrechen, die Pfarr Kloschwitz anlangende“ geht hervor, dass Kloschwitz eine selbstständige Pfarrkirche war und viele Leute aus Straßberg, Kobitzschwalde und Kröstau in die Kloschwitzer Kirche kamen, weil sie nur aller 2 Wochen in Straßberg Gottesdienst hatten. Der damalige Pfarrer beklagt sich darüber, dass er oft „allein singen und das Amt mit Predigt und Sacramentereichen allein verrichten muss, da er Hirt, der mein Schulmeister sein soll, mit dem Gemeindevieh zu Felde ist.“ „Zum anderen nimmt man zu Hirten auch untaugliche Hofknecht‘, so kein Vorleg haben, die Kirchen zu verwalten.“

1612 legt ein Großbrand das komplette Dorf, ausgenommen der Ostgiebel und das Rittergut, in Schutt und Asche. 1614 bis 1618 wagten die Kloschwitzer einen Kirchenneubau ohne Turm unter Einbeziehung der alten Ostwand. Den Kloschwitzer Kirchturm erneuerte man erst 1688, ein Dachreiterturm laut einer im Turmknopf eingelösteten Urkunde. Die kleine Glocke trug den Namen des Spenders Hans Joachim von Reibold. Die Kirche wurde im Baustil Barock errichtet. 1689 stiftete Anna Sabina Trögelin ein Kruzifix.

Mitte des 18. Jahrhunderts, also um 1750 war eine umfassende Bautätigkeit im Gange. Aus dieser Zeit stammen die Stuckdecke mit Blüten und Ornamenten, ebenso die Emporenbrüstungen, früher im farbigen Zustand. Ebfalls wurden zwei Patronatslogen (Betstuben) eingebaut und die Fenster und Eingangstür.

1818 gründete Pastor Karl Friedrich Grundmann das Knabeninstitut. Unter Pastor Grundmann wurde 1838 eine Generalreparatur der Kirche durchgeführt, Dach und Turm mit Schiefer gedeckt. Ein Treppenaufgang zur Orgelempore und zum Turm wurde im Westen an die Kirche angebaut. Eine Orgel wurde eingebaut.

1898 wurde der Kirchinnenraum verziert und der Stuck vergoldet. 1965 gab es eine größere Dachreparatur und 1967 wurde der farbige Stuck weiß übermalt.

Am 23.07.1998 wurde die Kirchturmspitze abgehoben, um eine Kopie von der Zimmerei Schubert anfertigen lassen zu können. Zuvor wurde der Turmknopf geöffnet: Münzen aus dem Jahre 1927, Kalenderblätter vom 29. und 30.03.1927, verschlissene unleserliche Dokumente und ältere Münzen waren enthalten. Das Uhrwerk wurde ausgebaut, man setze es instand und elektrifizierte es.

Am 08.01.1999 wurde die neue Bronzeglocke in der Gießerei Bachert in Heilbronn gegossen mit der Inschrift „Ehre sei Gott in der Höhe“ - "Gegossen für die Eisenglocken aus dem Jahre 1955 - Kloschwitz". Im November 1999 erhielt die Kloschwitzer Kirche ihre neue Kirchturmspitze. Am Ostersonntag, den 04.04.1999 wird die neue Glocke geweiht und erklingt zum ersten Mal. Ein neues automatisches Uhrwerk ist installiert, dessen Ziffernblätter nach altem Original angefertigt wurden. Der ehemalige Kröstauer Lothar Wolf schenkt der Kloschwitzer Kirche eine Reproduktion des Rembrandt-Gemäldes „Flucht Maria und Josefs mit ihrem Neugeborenen nach Ägypten“. Die Generalüberholung des Kirchendaches samt Dachstuhl ist auf 2000 zu datieren.

2001 / 2002 fand die Restauration der wertvollen Fenster und Außentüren statt. Die Firma Sünderhauf errichtete 2004 den historischen Torbogen im neuen Glanz. 2005 wurde der Außenputz der Kirche erneuert. Die Kirchmauer und des Denkmal des 1. Weltkrieges wurden 2006 restauriert. 2007 fanden Arbeiten wie Erneuerung des Stucks und der Elektrik im Innenraum der Kirche statt. In diesem Zusammenhang wurden historische Gemälde am Ostgiebel entdeckt. In den Jahren 2008 und 2009 werden Stuckerneuerung durchgeführt. 2012 wurde die Orgel saniert.

 

Die Kloschwitzer Kirche ist ein Teil der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Kürbitz.